Die Debatte um Apples AirDrop-Modell
EinfĂŒhrung
AirDrop ist eine Funktion, mit der iOS-GerĂ€te ohne eine bestehende WLAN- oder LAN-Verbindung gekoppelt und Daten ausgetauscht werden können. Die theoretisch maximale DatenĂŒbertragungsrate betrĂ€gt 18 MB/s â eine sehr schnelle Methode, um Bilder, Musik oder Videos zu ĂŒbertragen.
AirDrop verwendet das proprietĂ€re WLAN-Protokoll Apple Wireless Direct Link (AWDL) zur DatenĂŒbertragung. AWDL bietet eine Ă€hnliche FunktionalitĂ€t wie Wi-Fi Direct. Neben WLAN nutzt AirDrop auch Bluetooth als Ăbertragungsprotokoll. Ăber Bluetooth wird das ZielgerĂ€t erkannt; anschlieĂend verbinden sich beide GerĂ€te ĂŒber ein gemeinsames Ad-hoc-Netzwerk. Sowohl Sender als auch EmpfĂ€nger mĂŒssen jeden Transfer manuell bestĂ€tigen.
Ein Vorfall, der in der englischen Presse als âCyber-Flashingâ bekannt wurde, sorgte fĂŒr Aufsehen: Eine Frau erhielt im Zug anzĂŒgliche Bilder ĂŒber AirDrop. In der Folge fĂŒhrte Apple eine Funktion ein, die es erlaubt, nur von bereits hinterlegten Kontakten Daten zu empfangen.
Quellen
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Apple Developer Documentation â AirDrop
https://support.apple.com/de-de/HT204144 -
Reverse Engineering von AWDL durch TU Darmstadt
âOne Billion Apples' Secret Sauceâ â USENIX Security 2019
Situation um Digital Markets Act
Die EU verlangt im Rahmen des Digital Markets Act (DMA), dass Apple bestimmte iOS-exklusive Funktionen auch fĂŒr nicht-iOS-GerĂ€te zugĂ€nglich macht. Gemeint ist hier sowohl AirDrop als auch das AirPods-Proximity-Pairing. Die EU argumentiert, dass Apple sich durch ihre ExklusivitĂ€t einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft.
Apples Stellungnahme
Apple argumentiert, dass die Ăffnung von AirDrop fĂŒr Drittanbieter die Innovation einschrĂ€nken und zu einem âinferioren Nutzer-Erlebnisâ fĂŒhren wĂŒrde (dicloak.com).
Meinung und Fazit
Apple hat jetzt zwei Möglichkeiten:
- AirDrop fĂŒr Drittanbieter zur VerfĂŒgung stellen
- AirDrop aus allen EU-iPhones entfernen
Ich sehe die EU hier im Recht. Denn die Weitergabe der Technologie bringt uns nur weiter. Durch die ExklusivitĂ€t wird auch das stereotypische Bild von Apple verstĂ€rkt. Es soll den einfachen Nutzer nicht stören, aber wenn Apple den Mut hat, das Feature auch fĂŒr Drittanbieter zuzulassen, wĂ€re das ein Schritt in die richtige Richtung.
Wir hĂ€tten einen Vorteil, denn auch Android-User könnten somit Daten ĂŒbertragen â vielleicht sogar Ă€ltere Betriebssysteme. Wenn man bedenkt, dass wir in der Technik immer weiter vorankommen, kann auch Apple einen Beitrag leisten, um nicht nur Apple-Nutzer zu unterstĂŒtzen.