Die Debatte um Apples AirDrop-Modell

EinfĂŒhrung

AirDrop ist eine Funktion, mit der iOS-GerĂ€te ohne eine bestehende WLAN- oder LAN-Verbindung gekoppelt und Daten ausgetauscht werden können. Die theoretisch maximale DatenĂŒbertragungsrate betrĂ€gt 18 MB/s – eine sehr schnelle Methode, um Bilder, Musik oder Videos zu ĂŒbertragen.

AirDrop Logo
Bildquelle: Apple Inc. – Vectorization: Wefk423 – Public Domain, Link

AirDrop verwendet das proprietĂ€re WLAN-Protokoll Apple Wireless Direct Link (AWDL) zur DatenĂŒbertragung. AWDL bietet eine Ă€hnliche FunktionalitĂ€t wie Wi-Fi Direct. Neben WLAN nutzt AirDrop auch Bluetooth als Übertragungsprotokoll. Über Bluetooth wird das ZielgerĂ€t erkannt; anschließend verbinden sich beide GerĂ€te ĂŒber ein gemeinsames Ad-hoc-Netzwerk. Sowohl Sender als auch EmpfĂ€nger mĂŒssen jeden Transfer manuell bestĂ€tigen.

Ein Vorfall, der in der englischen Presse als „Cyber-Flashing“ bekannt wurde, sorgte fĂŒr Aufsehen: Eine Frau erhielt im Zug anzĂŒgliche Bilder ĂŒber AirDrop. In der Folge fĂŒhrte Apple eine Funktion ein, die es erlaubt, nur von bereits hinterlegten Kontakten Daten zu empfangen.

Quellen

Situation um Digital Markets Act

Die EU verlangt im Rahmen des Digital Markets Act (DMA), dass Apple bestimmte iOS-exklusive Funktionen auch fĂŒr nicht-iOS-GerĂ€te zugĂ€nglich macht. Gemeint ist hier sowohl AirDrop als auch das AirPods-Proximity-Pairing. Die EU argumentiert, dass Apple sich durch ihre ExklusivitĂ€t einen unfairen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Apples Stellungnahme

Apple argumentiert, dass die Öffnung von AirDrop fĂŒr Drittanbieter die Innovation einschrĂ€nken und zu einem „inferioren Nutzer-Erlebnis“ fĂŒhren wĂŒrde (dicloak.com).

Meinung und Fazit

Apple hat jetzt zwei Möglichkeiten:

  1. AirDrop fĂŒr Drittanbieter zur VerfĂŒgung stellen
  2. AirDrop aus allen EU-iPhones entfernen

Ich sehe die EU hier im Recht. Denn die Weitergabe der Technologie bringt uns nur weiter. Durch die ExklusivitĂ€t wird auch das stereotypische Bild von Apple verstĂ€rkt. Es soll den einfachen Nutzer nicht stören, aber wenn Apple den Mut hat, das Feature auch fĂŒr Drittanbieter zuzulassen, wĂ€re das ein Schritt in die richtige Richtung.

Wir hĂ€tten einen Vorteil, denn auch Android-User könnten somit Daten ĂŒbertragen – vielleicht sogar Ă€ltere Betriebssysteme. Wenn man bedenkt, dass wir in der Technik immer weiter vorankommen, kann auch Apple einen Beitrag leisten, um nicht nur Apple-Nutzer zu unterstĂŒtzen.